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Rückblick Sportkreistag in Brettheim


WLSB-Präsident Klaus Tappeser betrieb Werbung in eigener Sache und wies auf die Herausforderungen in Gegenwart und naher Zukunft hin.

"Wir Vereine schaffen das"
 WLSB-Präsident Tappeser beim Sportkreistag - Rolf Grübel einstimmig gewählt.

Klaus Tappeser ist ein versierter Redner. Obwohl mit einem Manuskript ausgestattet, verdeutlichte er beim Sportkreistag die unterschiedlichen Aspekte der Thematik in freier Rede, unterstrich immer wieder gekonnt gestisch und mimisch zentrale Aussagen, hielt stets intensiven Blickkontakt, ganz egal, ob Richtung Vorstandstisch, oder gen Auditorium im Saal. Was Wunder, denn in seiner Funktion als Präsident des Württembergischen Sportbundes (WLSB) vergeht kaum ein Wochenende, an dem er nicht in Sachen Sport landauf, landab unterwegs ist und dabei auch vor das eine oder andere Mikrofon tritt. Beim Sportkreistag in Brettheim setzte er sich mit dem gesellschaftlichen Wandel unter spezieller Berücksichtigung der demografischen Entwicklung auseinander. Eingangs beschäftigte sich der WLSB-Präsident aber mit dem Ehrenamt und warf dabei die Frage auf, inwieweit der "Ehrenamtliche alten Schlages, der 30 Jahre einen Posten innehat", noch zeitgemäß sei. Zu einem neu interpretierten Ehrenamtsverständnis gehöre, laut Tappeser, auch "rechtzeitig Personalentwicklung zu betreiben - Stichwort Nachfolgefrage, entsprechende Schulungen ("Vereinsführung fordert auch etwas") wahrzunehmen oder sinnvolle Arbeitsteilungen zu verabreden.

Weiter redete Tappeser einer "breiten allgemeinsportlichen Grundausbildung in jungen Jahren das Wort, mit erst später erfolgender Spezialisierung für konkrete Disziplinen oder Sportarten. Als mögliches Vereinsmodell für die Zukunft ging Tappeser auf die "50 Sportvereinszentren ein, die wir vor sechs Jahren auf den Weg gebracht haben". Und damit dem konkreten Versuch, ein "modernes Angebot, speziell auf den individuellen Verein zugeschnitten zu gewährleisten, der auch dem gewandelten Freizeit- und Arbeitsverhalten Rechnung trägt". An die Politik richtete er einen eindringlichen Appell, "unsere Vereinsstruktur, die es in anderen Ländern nicht in entsprechender Form gibt, auch im Rahmen der EU-Gesetzbarkeit, "nicht den Bach runtergehen zu lassen".

Tappesers Kernanliegen: Die vernünftige Koexistenz von Ganztagsschule sowie Möglichkeiten und Angeboten des Sportes im Verein. Seine Vorschläge in dieser Richtung: einheitliche Schlusszeiten in der Schule (Beispiel: 16 Uhr) und keine Hausaufgaben mehr im Anschluss! Denn, darüber sollte man sich im Klaren sein, "die Ganztagesbetreuung wird kommen, ob der Sport das will oder nicht". Umso besser für die Vereine also, sich rechtzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen, die "Standortvorteile Bildung und Betreuung", und damit letztlich "die Werte, die im Verein vermittelt werden, von sozialer Kompetenz bis hin zu Gemeinschaftserleben und sportlicher Leistungsfähigkeit durch Bewegung" nicht infrage zu stellen. Denn "Sport muss auch Bestandteil einer guten (schulischen) Ausbildung bleiben", schloss Klaus Tappeser seine kurzweiligen Ausführungen.

Rolf Grübel, der alte und neue Vorsitzende des Sportkreises Schwäbisch Hall (übrigens, wie die gesamte Vorstandschaft einstimmig gewählt), fand es "bedauerlich und bedenklich, dass nur 50 von 174 Vereinen des Sportkreises in Brettheim vertreten waren. Mehr noch: "Zum Sportkreisjugendtag hatten lediglich zwölf von 174 Vereinen ihre Vertreter geschickt. In seinem Rückblick, der bereits ausführlich in der Vorberichterstattung des HT thematisiert wurde, ging Grübel unter anderem auf das Vereinsservicebüro ein ("beste Erfindung, seit es den WLSB gibt"), forderte sinnvolle Sportangebote für Senioren, mahnte Aufwertung (etwa durch Bonussystem) beziehungsweise Neuinterpretation des Ehrenamtes an und zitierte in diesem Zusammenhang Erwin Staudt (VfB Stuttgart) mit dem Satz "Im Ehrenamt sind nicht die Blöden, sondern die Cleveren". Über geordneten Finanzen sowie einen "ausgeglichenen und handlungsfähigen Haushalt" informierte Finanzreferent Stefan Messner (Hall). Ehrungsbeauftragter Dieter Stöffler (Crailsheim) bedachte Kurt Engel (Gaildorf), Dieter Blumenstock (Satteldorf) und Klaus Schmelzle (Gnadental) mit Ehrennadeln des WLSB in Bronze, Silber und Gold (in genannter Reihenfolge). Klaus Tappeser freute sich über seinen Besuch in Brettheim, nahm neben dem einen oder anderen Präsent auch die Erkenntnis mit auf den Heimweg, dass "Sie im hiesigen Raum sportlich gut repräsentiert sind".



Präsident K.Tappeser,Rolf Grübel, MdB Harald Ebner, OV Reiner Groß
Präsident K.Tappeser,Rolf Grübel, MdB Harald Ebner, OV Reiner Groß
Dieter Stöffler, K.Tappeser,Dieter Blumenstock, Kurt Engel, Klaus Schmelzle, Rolf Grübel
Dieter Stöffler, K.Tappeser,Dieter Blumenstock, Kurt Engel, Klaus Schmelzle, Rolf Grübel

Der neue Sportkreisvorstand (von links): Dieter Stöffler (stellvertretender Vorsitzender; Crailsheim), Hubert Knott (Kassenprüfer, Blaufelden), Stefan Messner (Finanzreferent; Hall), Heiner Kraft (Seniorenbeauftragter; Honhardt), Werner Maaß (Vertreter Verbände; Rosengarten), Sabine Albich-Deuscher (Kassenprüferin; Brettheim), Dieter Blumenstock (Vertreter Vereine; Satteldorf), Rolf Grübel (Vorsitzender; Schrozberg), Klaus Schmelzle (Vertreter Vereine Gnadental), Herbert Schürl (Sportabzeichen; Ilshofen) und Hartmut Gellert (Sportkreisjugendleiter; Brettheim).

Auf dem Foto fehlen: Martin Heim (stellvertretender Vorsitzender, Crailsheim), Ulrich Hettenbach (stellvertretender Vorsitzender, Schwäbisch Hall), Wolfgang Bayer (Vertreter der Vereine, Ilshofen)

Fotos: Ric Badal
Text: Klaus Helmstetter


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